Ahoi! Skatecamp Koop. Kempten

Ahoi! Skatecamp Koop. Kempten 1024 683 Skateboard Bayern

Ahoi! Skatecamp Kempten – Gemeinsam Rollen, Lernen und Vernetzen

Am 25. und 26. Juli luden die Allgäuer Trockenschwimmer zum Ahoi! Skatecamp nach Kempten ein. Gemeinsam mit Skateboard Bayern entstand ein zweitägiges Nachwuchscamp, das sportliche Förderung, Gemeinschaft und den Austausch innerhalb der bayerischen Skateboard-Szene miteinander verbindet.

Mit bewusst im Vorfeld auf 14 Teilnehmer:innen beschränkt, bot das Camp ideale Voraussetzungen für intensives Training in familiärer Atmosphäre. Rund die Hälfte der Kinder stammt aus der wöchentlichen Montags-Session die durch Felix und Martin in Kempten und Umland vor rund zwei Jahren aufgebaut haben und die sich seitdem als fester Bestandteil der regionalen Nachwuchsarbeit etabliert hat. Ergänzt wurde die Gruppe durch junge Skater:innen aus den Junior-Teams der Verbandsvereine in München und Bad Tölz. Unterstützt von vielen Eltern mit eigenem Bezug zum Skate-, Surf- oder Snowboardsport entstehen seit einigen Jahren neue und nachhaltige Strukturen, die den Skateboard-Nachwuchs in Bayern langfristig stärken.

Was macht Bredlsport Oberland konkret?

Im Mittelpunkt des Wochenendes stand die individuelle Förderung der Kinder. Die von Skateboard Bayern gestellten Trainer:innen arbeiteten in kleinen Gruppen und passten die Inhalte an Alter, Fahrkönnen und persönliche Ziele an. Trainiert wurde sowohl im Street- als auch im Park-, Bowl- und Vert-Bereich. So konnten sowohl Grundlagen gefestigt als auch neue Tricks und Techniken erlernt werden. Es hat einfach richtig Spaß gemacht, die schnellen Fortschritte der einzelnen zu erleben und ihre Freude darüber zu teilen.

Der Samstag begann mit einem gemeinsamen Frühstück, einer Vorstellungsrunde und einem Warm-up, bevor die Teilnehmenden in ihre Trainingsgruppen eingeteilt wurden. Während der Sessions arbeiteten die Coaches gemeinsam mit den Kindern an Fahrtechnik, Kontrolle und Trickentwicklung. Ergänzend standen Themen wie Verletzungsprävention, richtiges Aufwärmen und Übungen zur Verbesserung der Rumpfstabilität auf dem Programm. Durch die kleinen Gruppen blieb viel Zeit für individuelles Feedback und persönliche Erfolgserlebnisse.

D.i.y. heißt auch Verantwortung übernehmen

Ein Beispiel dafür, was eine Community aus eigener Kraft aufbauen kann, ist der vereinseigene BREDLPARK an der Kotalm am Brauneck. Der Snowpark besteht aus mehreren Boxen und Rails, einem Kicker sowie einem rund 100 Meter langen Seillift. Aufbau, Wartung, Pflege und Betrieb werden von ehrenamtlichen Helfer des Vereins übernommen. Die Finanzierung gelang unter anderem durch eine Crowdfunding-Kampagne, bei der gemeinsam 6.000 Euro gesammelt wurden. Der Park zeigt, was möglich wird, wenn eine Szene nicht nur fordert, sondern selbst plant, finanziert, baut und Verantwortung für den laufenden Betrieb übernimmt. Langfristiges Ziel ist es, den BREDLPARK gemeinsam mit den örtlichen Partnern noch breiter und einfacher zugänglich zu machen.

Zu dieser Verantwortung gehört für uns auch, Kinder- und Jugendarbeit ernst zu nehmen. Nachwuchs-Trainer werden nicht nur sportlich begleitet, sondern beschäftigen sich auch mit Erster Hilfe, Unfallmanagement und Sicherheit im alpinen Gelände. Bei der Kids Snowboard Tour werden junge Fahrer spielerisch an Sprünge, Boxen und unterschiedliche Fahrtechniken herangeführt. Gleichzeitig sorgen zahlreiche ehrenamtliche Helfer dafür, dass Veranstaltungen, Verpflegung und Betreuung funktionieren. Respekt, Toleranz und gegenseitige Unterstützung sind dabei keine Zusatzangebote, sondern die Grundlage unserer Vereinsarbeit. Diskriminierendes und unsportliches Verhalten hat in unserer Community keinen Platz.

Bredlsport Oberland e. V. - Bredlpark Snowpark Vereinsgelände

Was macht unsere Community aus?

Bredlsport Oberland e. V. - Ausfahrten im Winter

Bei Bredlsport muss nicht jede Person dieselbe Rolle übernehmen. Manche stehen fast jeden Tag auf dem Board. Andere helfen beim Aufbau eines Events, betreuen eine Session, organisieren eine Ausfahrt, bauen Obstacles, kümmern sich um Fördermittel oder unterstützen den Verein als Sponsor.

Entscheidend ist nicht, wie hoch jemand olliet, sondern ob die Person bereit ist, etwas zur gemeinsamen Sache beizutragen. Wer bereits Erfahrung besitzt, gibt sie weiter. Wer neu dazukommt, wird nicht aussortiert, sondern mitgenommen. Und wer eine Idee hat, soll die Möglichkeit bekommen, sie gemeinsam mit anderen umzusetzen.

Genau darin liegt für uns der Unterschied zwischen einer losen Szene und einer tragfähigen Community: Wir fahren nicht nur gemeinsam. Wir übernehmen gemeinsam Verantwortung dafür, dass Boardsport im Oberland stattfinden und weiterwachsen kann.

Wo wollen wir in 20 Jahren stehen?

In 20 Jahren möchten wir eine stabile und möglichst ganzjährig nutzbare Boardsport-Infrastruktur im Oberland sehen. Dazu gehören zeitgemäße Skateparks, wetterunabhängige Trainingsmöglichkeiten, offene Sessions und Anlagen, deren Planung sich tatsächlich an den Bedürfnissen der lokalen Szene orientiert.

Kinder, die heute bei einer Open Session zum ersten Mal auf einem Skateboard stehen, sollen später selbst Sessions leiten, Veranstaltungen organisieren, Nachwuchs begleiten oder Verantwortung im Verein übernehmen können. Nicht jede Person muss in den Leistungssport gehen. Aber jede Person sollte die Möglichkeit haben, ihren eigenen Weg im Boardsport zu finden.

Unser Ziel ist deshalb nicht, aus einer freien Kultur einen klassischen Vereinssport zu machen. Wir wollen verlässliche Strukturen schaffen, ohne die Offenheit, Eigeninitiative und Kreativität der Szene zu verlieren.

Lokal verwurzelt, bayernweit vernetzt – ohne die Herkunft aus der Szene zu verlieren.

Viele Crews und Vereine stehen früher oder später vor ähnlichen Aufgaben: Gespräche mit Kommunen, Planung und Modernisierung von Skateparks, Finanzierung, Förderanträge, Haftungsfragen, Veranstaltungen, Nachwuchsarbeit und die Qualifizierung von Trainer. Wenn jede lokale Initiative diese Themen alleine lösen muss, gehen viel Wissen, Energie und Zeit verloren. Unter dem gemeinsamen Dach von Skateboard Bayern können Erfahrungen geteilt, erfolgreiche Modelle weitergegeben und lokale Anliegen auf Landesebene sichtbarer gemacht werden.

Das Ziel darf dabei nicht sein, alle Vereine und Crews gleichzumachen. Die Stärke liegt gerade in den unterschiedlichen lokalen Szenen. Ein gemeinsames Netzwerk kann diese Eigenständigkeit erhalten und ihr gleichzeitig mehr Gewicht verleihen.

Bredlsport Oberland bringt in dieses Netzwerk Erfahrungen aus niedrigschwelliger Nachwuchsarbeit, offenen Sessions, regionalen Events, vereinseigener Infrastruktur und der Verbindung unterschiedlicher Boardsportarten ein. Andere Vereine bringen andere Kompetenzen mit. Wenn dieses Wissen zusammenkommt, müssen neue Initiativen nicht jedes Mal bei null anfangen. Skateboard Bayern kann so zu einer Struktur werden, die lokale Szenen nicht ersetzt, sondern stärkt: durch Wissen, Sichtbarkeit, Qualifizierung, politische Ansprechpartner und eine gemeinsame Stimme für Skateboarding in allen sieben Regierungsbezirken.

 

 

Credits: @Bredlsport Oberland e.V
Website: bredlsport.de
Instagram: @bredlsportoberland_ev